Stellvertreterkrieg
“Es liegt auf der Hand, dass es Katar und Saudi-Arabien nicht um demokratischen Wandel, Menschenrechte und die syrische Zivilbevölkerung geht”, sagt Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Ihre Hauptmotivation sei es, “Syrien als Einfallstor des Iran in die arabische Welt zu schließen. Teherans Einfluss in der Region soll eingedämmt, die „Geländegewinne“, die der Iran seit der Invasion der USA im Irak erzielt hat, sollen rückgängig gemacht werden”. Ein Taz-Gespräch über einen Stellvertreterkrieg
Stellvertreterkrieg
“Es liegt auf der Hand, dass es Katar und Saudi-Arabien nicht um demokratischen Wandel, Menschenrechte und die syrische Zivilbevölkerung geht”, sagt Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Ihre Hauptmotivation sei es, “Syrien als Einfallstor des Iran in die arabische Welt zu schließen. Teherans Einfluss in der Region soll eingedämmt, die „Geländegewinne“, die der Iran seit der Invasion der USA im Irak erzielt hat, sollen rückgängig gemacht werden”. Ein Taz-Gespräch über einen Stellvertreterkrieg
Hans-Jürgen Urban
Die deutschen Gewerkschaften sind gegen den Fiskalpakt, rufen aber nicht zu Protesten auf. IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban sagt im Gespräch mit der Tageszeitung, warum und spricht über die schwierig zu findende Rolle der Gewerkschaften in einem Projekt sozial-ökologischer Transformation
Hans-Jürgen Urban
Die deutschen Gewerkschaften sind gegen den Fiskalpakt, rufen aber nicht zu Protesten auf. IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban sagt im Gespräch mit der Tageszeitung, warum und spricht über die schwierig zu findende Rolle der Gewerkschaften in einem Projekt sozial-ökologischer Transformation
Verpasste Chance
Die Transfergesellschaft als höchste Utopie? Nur zu Beginn der Schlecker-Pleite waren in der Öffentlichkeit alternative Möglichkeiten zur marktförmigen Abwicklung der Drogeriekette aufgeblitzt. Einzelne Verdi-Vertreter verwiesen auf die Idee der Mitarbeiterbeteiligung per Genossenschaftskonstruktion. Schlecker-Filialen zu Tante-Emma-Läden mit ökologischem Angebot – das mag zunächst naiv klingen, wäre aber eine breitere Diskussion wert gewesen. Ein Kommentar auf taz.de
Verpasste Chance
Die Transfergesellschaft als höchste Utopie? Nur zu Beginn der Schlecker-Pleite waren in der Öffentlichkeit alternative Möglichkeiten zur marktförmigen Abwicklung der Drogeriekette aufgeblitzt. Einzelne Verdi-Vertreter verwiesen auf die Idee der Mitarbeiterbeteiligung per Genossenschaftskonstruktion. Schlecker-Filialen zu Tante-Emma-Läden mit ökologischem Angebot – das mag zunächst naiv klingen, wäre aber eine breitere Diskussion wert gewesen. Ein Kommentar auf taz.de
Der Lack des Neuen
Für die Piraten sind die drei Neuwahlen in diesem Jahr deshalb ein Glücksfall – und eine Bürde zugleich. Einerseits verschafft es der Partei die unverhoffte Chance, die gegenwärtig hohe Zustimmung in drei Landtagseinzüge umzumünzen. Andererseits wird die Partei, in den Parlamenten erst einmal angekommen, immer weniger auf die Mischung aus Neugier und Enttäuschung bauen können, die ihr jetzt noch zum Erfolg verhelfen. Ein Kommentar auf taz.de
Der Lack des Neuen
Für die Piraten sind die drei Neuwahlen in diesem Jahr deshalb ein Glücksfall – und eine Bürde zugleich. Einerseits verschafft es der Partei die unverhoffte Chance, die gegenwärtig hohe Zustimmung in drei Landtagseinzüge umzumünzen. Andererseits wird die Partei, in den Parlamenten erst einmal angekommen, immer weniger auf die Mischung aus Neugier und Enttäuschung bauen können, die ihr jetzt noch zum Erfolg verhelfen. Ein Kommentar auf taz.de
Aus Gaucks Schatten
Die Diskussion über den neuen Bundespräsidenten und seine Rolle als einstiger Bürgerrechtler hat auch ihr Gutes: Sie hilft dabei, einer verdrängten Tradition der DDR-Opposition einen angemessenen Platz im öffentlichen Erinnern zu geben. Die Wende war mehr als Joachim Gauck und mehr als das, was von ihr heute im öffentlichen Erinnern geblieben ist. Ein Beitrag in der Taz
Aus Gaucks Schatten
Die Diskussion über den neuen Bundespräsidenten und seine Rolle als einstiger Bürgerrechtler hat auch ihr Gutes: Sie hilft dabei, einer verdrängten Tradition der DDR-Opposition einen angemessenen Platz im öffentlichen Erinnern zu geben. Die Wende war mehr als Joachim Gauck und mehr als das, was von ihr heute im öffentlichen Erinnern geblieben ist. Ein Beitrag in der Taz
Ebony and Ivory
Kaum war mein Kommentar über die Doppelbödigkeit jener erschienen, die erst herumerzählten, sie würden nicht zum Zapfenstreich des Präsidenten kommen, um ihm dann zu raten, wegen schwacher Besucherzahl das Tschingderassabum doch lieber gleich ganz abzusagen, änderte der Niedersachse seinen Musikwunsch. Mein Stück auf taz.de, in dem noch „Ebony and Ivory“ eine wichtige Rolle spielten, hing plötzlich in der Luft – und diesen Grund muss man sich merken: Weil den Bundeswehrmusikanten der McCartney-Wonder-Song zu schwierig zu blasen war
Ebony and Ivory
Kaum war mein Kommentar über die Doppelbödigkeit jener erschienen, die erst herumerzählten, sie würden nicht zum Zapfenstreich des Präsidenten kommen, um ihm dann zu raten, wegen schwacher Besucherzahl das Tschingderassabum doch lieber gleich ganz abzusagen, änderte der Niedersachse seinen Musikwunsch. Mein Stück auf taz.de, in dem noch „Ebony and Ivory“ eine wichtige Rolle spielten, hing plötzlich in der Luft – und diesen Grund muss man sich merken: Weil den Bundeswehrmusikanten der McCartney-Wonder-Song zu schwierig zu blasen war
Im Salon
Wie man Jakob Augstein, Karin Leukefeld, ein paar Nazivorwürfe und jene Verachtung gegenüber Kritik zusammenrührt, die sich einstellt, wenn man selbst nichts mehr so richtig schlimm findet außer denen, die da kritisieren, hat gerade einmal wieder Reinhard Mohr in der Welt vorgeführt
Im Salon
Wie man Jakob Augstein, Karin Leukefeld, ein paar Nazivorwürfe und jene Verachtung gegenüber Kritik zusammenrührt, die sich einstellt, wenn man selbst nichts mehr so richtig schlimm findet außer denen, die da kritisieren, hat gerade einmal wieder Reinhard Mohr in der Welt vorgeführt
Versailles oder Marshall
Mit historischen Vergleichen bewegt man sich in der Politik stets auf dünnem Eis. Das gilt nicht nur für den, der die Vergangenheit bemüht, um die Kritik am Gegenwärtigen zu unterstreichen – sondern auch für jene, die sich darüber erregen. Ein Disput im Bundestag zwischen Gregor Gysi von der Linken und Volker Beck von den Grünen hat das am Montag einmal mehr gezeigt. Ein Kommentar auf taz.de
Versailles oder Marshall
Mit historischen Vergleichen bewegt man sich in der Politik stets auf dünnem Eis. Das gilt nicht nur für den, der die Vergangenheit bemüht, um die Kritik am Gegenwärtigen zu unterstreichen – sondern auch für jene, die sich darüber erregen. Ein Disput im Bundestag zwischen Gregor Gysi von der Linken und Volker Beck von den Grünen hat das am Montag einmal mehr gezeigt. Ein Kommentar auf taz.de
Machloike
… ist Jiddisch und bedeutet soviel wie Durcheinander, innerer Zwiespalt. Ein solcher entsteht zum Beispiel, wenn man gerade den gleichnamigen Roman von Michel Bergmann liest (großartig!) und dabei sein Vorhaben, als nächstes den Implex von Barbara Kirchner und Dietmar Dath anzufangen, von einer Welle der Rezensionen überspült sieht
Machloike
… ist Jiddisch und bedeutet soviel wie Durcheinander, innerer Zwiespalt. Ein solcher entsteht zum Beispiel, wenn man gerade den gleichnamigen Roman von Michel Bergmann liest (großartig!) und dabei sein Vorhaben, als nächstes den Implex von Barbara Kirchner und Dietmar Dath anzufangen, von einer Welle der Rezensionen überspült sieht
Bodenlose Freiheit
Wofür steht Joachim Gauck? Vertritt er den „richtig grünen Freiheitsbegriff“, wie Renate Künast meint? Oder passt der Ostdeutsche als „Verfechter der Freiheit“ eher zur FDP, die ihn als „im besten Sinne Liberaler“ für sich reklamiert? Ein Text aus der Taz über das Bändchen „Freiheit. Ein Plädoyer“ des kommenden Bundespräsidenten, seiner Idee von Freiheit als gottgegebene Pflicht zur Verantwortung, das fehlende soziale Fundament und den Anti-Antikapiatlismus des ehemaligen Kirchenfunktionärs
Bodenlose Freiheit
Wofür steht Joachim Gauck? Vertritt er den „richtig grünen Freiheitsbegriff“, wie Renate Künast meint? Oder passt der Ostdeutsche als „Verfechter der Freiheit“ eher zur FDP, die ihn als „im besten Sinne Liberaler“ für sich reklamiert? Ein Text aus der Taz über das Bändchen „Freiheit. Ein Plädoyer“ des kommenden Bundespräsidenten, seiner Idee von Freiheit als gottgegebene Pflicht zur Verantwortung, das fehlende soziale Fundament und den Anti-Antikapiatlismus des ehemaligen Kirchenfunktionärs